"Man muss Fleisch essen, das haben schon die Steinzeitmenschen gemacht"
So oder so ähnlich habe ich früher auch immer gedacht und einigen unter euch erscheint das bestimmt auch logisch.
Ich meine, es klingt ja auch ziemlich einleuchtend, dass unbehandelte, nicht industriell gefertigte Nahrung (das ist übrigens Clean Eating, mein Grundsatz), wie sie in der Steinzeit wahrscheinlich hauptsächlich vorkam, gesund sein soll. Leider hat die ganze Geschichte, jedenfalls auf Fleisch bezogen, drei Haken.
1) Wir wissen überhaupt nicht genau, wie häufig die Steinzeitmenschen Fleisch essen konnten. War es einmal die Woche? Einmal im Monat? Jeden Tag war es sicherlich nicht.
2)Der Steinzeitmensch hatte keine gepökelten, geräucherten Fleischprodukte wie Wurst oder Schinken zu Verfügung, die bei uns unter dem Namen Fleisch auftauchen.
2)Der Steinzeitmensch hatte keine gepökelten, geräucherten Fleischprodukte wie Wurst oder Schinken zu Verfügung, die bei uns unter dem Namen Fleisch auftauchen.
3) Natürlich wollte der Steinzeitmensch sich weder gesund ernähren, noch ein langes Leben ohne Krankheiten führen oder gut aussehen. Hier ging es um das nackte Überleben. Und natürlich um die Fortpflanzung.
Biologisch betrachtet stellen Tiere immer ihre Proteinzufuhr sicher, um schnell zu wachsen und sich dann fortpflanzen zu können. Tiere handeln also so, wie es ihnen ihr Instinkt vorgibt, um Nachkommen zu sichern. Dass sie später gesundheitliche Probleme wie Krebs oder Bluthochdruck bekommen können, interessiert das Tier wohl eher kaum.
Und so wird es auch bei den Steinzeitmenschen gewesen sein. Daher wird der Gute wahrscheinlich nicht sonderlich alt geworden sein (na gut, wahrscheinlich nicht nur wegen seines Fleischkonsums), aber das war ja auch völlig unwichtig und nicht das Ziel, denn seine Fortpflanzung war gesichert.
Jetzt ist es aber nun mal so, dass es bei uns nicht mehr nur um das Überleben geht (zumindest in den reichen Industrienationen), denn wir leben ja in unserer absoluten Überflussgesellschaft. Wer jetzt also so viel Fleisch isst, wie er denkt, hätte der Steinzeitmensch gegessen, handelt zwar im Sinne der Natur (man denke an die Fortpflanzung), aber gegen unsere langfristige Gesundheit.
Das ist doch logisch: Wer im jungen Alter muskulös, fit und fruchtbar ist, kann seine Gene häufiger weitergeben und handelt somit im Sinne der Natur. Alles was danach kommt (also alles ab ca. 30 Jahre), ist nicht mehr wichtig.
Tatsächlich zeigen Studien, dass z.B. der tägliche Verzehr von 120g rotem Fleisch (alles außer Hühnchen) das Sterblichkeitsrisiko im Vergleich zum Konsum von 20g rotem Fleisch um 29% erhöht. Es ist sogar wissenschaftlich erwiesen, dass tierische Proteine zu erhöhtem Blutdruck führen und das Diabetes Risiko verstärken. Ganz zu schweigen von den Auswirkungen die die gesättigten Fettsäuren im Fleisch auf den Körper haben.
Dabei beschäftige ich mich in diesem Beitrag ja nur mit tierischen Proteinen aus rohem, unverarbeitetem Fleisch. In einem weiteren Post wird es dann noch um die Auswirkungen von industriell verarbeiteten Fleischprodukten (z.B. Wurst, Fleischkäse) und der Fette gehen. Außerdem schreibe ich ja hier auch nicht über die ethischen und ökologischen Auswirkungen.
Versteht mich nicht falsch, ich möchte euch nicht zum Vegetarismus konvertieren, sondern zum Nachdenken anregen. Ich denke auch, dass Fleisch in Maßen kein Problem ist. Der Körper wird damit klarkommen. Wenn er aber täglich mit einem Schwall von tierischen Proteinen überflutet wird, gibt es folgendes Problem:
Überflüssiges Protein lagert sich in den Zellen ab (wie es z.B bei Alzheimer der Fall ist), regt zu übermäßigem Wachstum an (Krebs) und führt somit zu weiteren Alterungsprozessen. Also, wie sagt man so schön: in Maßen statt in Massen.
Genauer werde ich Proteine (und vorallem seine Rolle) in einem weiteren Blogeintrag erklären, falls es euch interessiert.
Nun, was isst man denn dann jetzt, wenn man eingesehen hat, dass Fleisch nicht die gesündeste Wahl ist?
Proteine braucht der Mensch ja. An diesem Punkt ist mir dann früher spontan Joghurt und vielleicht noch Käse eingefallen. Oh, und natürlich noch Milch, aber die sollte ja auch schon wieder vermieden werden (darauf werde ich in einem anderen Post eingehen müssen).
Aber ich habe einfach nur an der falschen Stelle gesucht und bin schließlich im Reich der Pflanzen fündig geworden: Bohnen, Linsen, Kichererbsen, Sprossen, Keime, Samen, Kerne, Getreide, Quinoa, Amaranth, Haferflocken, Nüsse,.. die Vielfalt der pflanzlichen Proteine nimmt kein Ende.
Lasst euch also ruhig mal bei den Rezepten inspirieren und probiert Neues aus!
Eure Vicky!


Liebe liebe liebe es! Alles was du sagst ist so wahr und viele Leute sollten sich das zu Herzen nehmen, auch um der Tiere willen ! Freue mich schon auf die nächsten Blogeinträge von dir <3
AntwortenLöschen